Reizdarmsyndrom – nicht nur Kopfsache

Britta Tilsner
22. Mai 2018
Patientenblicke

“Heute Abend essen gehen?” – “Ich habe leider keine Zeit.” Oft ist es nicht die Zeit, die mir fehlt für soziale Aktivitäten, aber wer sagt schon gerne: “Ich kann nicht, ich habe Durchfall”?
Vor 20 Jahren wurde bei mir Reizdarmsyndrom diagnostiziert. Seitdem wurden die Symptome immer schlimmer, in den letzten Jahren hatte ich jeden Tag Bauchschmerzen, Durchfall oder Sodbrennen. Oft fühlte ich mich schon morgens beim Aufstehen furchtbar müde und antriebslos, denn die Symptome raubten mir jegliche Energie. Bei jeder Mahlzeit überlegte ich: “Vertrage ich das? Was für Folgen hat es, wenn ich das esse?”. Weil ich nicht wusste, was die Ursache der Symptome war, nahm ich jahrelang Medikamente, um die Symptome zu bekämpfen anstatt die Ursache zu beheben.

Was ist Reizdarmsyndrom?

Wird auch nach gründlichen Untersuchungen keine Ursache für die Magen- und Darmbeschwerden gefunden, lautet die Diagnose häufig “Reizdarmsyndrom”. Viele – aber nicht alle! – Ärzte gehen leider immer noch davon aus, dass es sich bei den Beschwerden um einen empfindlichen Magen und Darm oder reine Kopfsache handelt. Zwar spielen psychische Faktoren oft eine große Rolle, aber sie sind selten die alleinige Ursache. Anhand profunder Blut- und Stuhluntersuchungen ließen sich weitere Gründe für meine Beschwerden finden. Leider gibt es keine Blitzkur, um die Ursachen zu beheben, denn einen geschädigten Darm zu sanieren ist eine langwierige Angelegenheit.

Maßnahmen, um meinen Darm zu sanieren

Der wichtigste Baustein meiner Therapie ist meine Ernährung, die ich radikal ändern musste. Ich halte eine sehr strenge Diät und verzichte auf Nahrungsmittel, die im Verdacht stehen, Darmprobleme zu verursachen. Zusätzlich nehme ich verschiedene Enzyme, Bakterien, Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren. Auch meinen Lebensstil musste ich anpassen, um mehr Ruhezeiten in meinem Alltag zu schaffen. Das fällt mir schon deshalb schwer, weil es mir mittlerweile besser geht und ich wieder viel mehr Energie und Tatendrang habe. Immer häufiger fällt mir abends auf, dass ich den ganzen Tag keine Beschwerden hatte und ich freue mich über den Zugewinn an Lebensqualität.

Über die Autorin

Britta wurde als Teenager mit Reizdarmsyndrom diagnostiziert. Lange Zeit hat sie die Diagnose akzeptiert. Heute arbeitet sie mit der Unterstützung von Ärzten und Ernährungsexperten an den Ursachen für die Beschwerden. Auf ihrer Website Leben mit Reizdarm berichtet sie über mögliche Ursachen für Magen- und Darmbeschwerden und verschiedene Therapieansätze. Mit der Website möchte Britta anderen Betroffenen helfen, beschwerdefrei zu werden und Lebensqualität zurück zu gewinnen.

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