Viele Menschen fühlen sich im Umgang mit ihrer Medikation unsicher oder allein gelassen. Umso wichtiger ist es, Patientinnen und Patienten nicht nur medizinisch zu versorgen, sondern sie auch verständlich und wirksam zu informieren. Ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Behandlung ist heute mehr denn je die Gesundheitskompetenz. Sie hat nicht nur große Bedeutung für den einzelnen Therapieerfolg, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten für die pharmazeutische Industrie, Patientinnen und Patienten entlang des gesamten Behandlungspfads sinnvoll zu begleiten.
Wer gut über die eigene Behandlung informiert ist, kann deutlich besser mit Erkrankungen und Therapien umgehen. Besonders beim Thema Medikation zeigt sich das eindrücklich. Menschen, die verstehen, warum sie ein Medikament einnehmen, wie es wirkt und worauf sie achten müssen, bewältigen ihre Therapie nachweislich erfolgreicher. Dieses Wissen senkt nicht nur das Risiko von Einnahmefehlern oder Nebenwirkungen, sondern stärkt auch das Vertrauen in den Behandlungsprozess.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstreicht in ihrem Konzept “5 Moments for Medication Safety”, wie wichtig es ist, Patientinnen und Patienten aktiv in den Umgang mit Medikamenten einzubeziehen. In entscheidenden Situationen wie etwa vor der ersten Einnahme, bei Änderungen der Medikation oder beim Absetzen sollten gezielte Fragen gestellt und beantwortet werden, um Risiken frühzeitig zu erkennen. Die Rolle der Patientinnen und Patienten wandelt sich damit immer stärker von passiv zu aktiv im Therapieverlauf.
Gerade bei komplexeren Therapien oder chronischen Erkrankungen zeigt sich: wer gut informiert ist, hält die Therapie besser ein, erkennt mögliche Nebenwirkungen frühzeitig und kann die eigene Behandlung bewusster mitgestalten. Die aktive Einbindung von Patientinnen und Patienten in ihre eigene Gesundheitsversorgung, um die Behandlungsqualität und die Gesundheitskompetenz zu verbessern, wird als Patient Engagement bezeichnet. Unterstützt wird dieser Prozess zunehmend durch digitale Helfer wie Apps, die verständliche Informationen bereitstellen, an die Einnahme erinnern oder das Therapieverhalten dokumentieren.
Für pharmazeutische Unternehmen ergibt sich daraus ein klarer strategischer Auftrag: Patientenversorgung endet nicht mit der Abgabe eines Medikaments. Vielmehr beginnt hier eine Chance, Patientinnen und Patienten durch evidenzbasierte Information und digitale Begleitung nachhaltig zu unterstützen. Tools wie strukturierte Medikationsinformationen, Reminder-Funktionen oder Monitoring-Lösungen tragen nicht nur dazu bei, Therapieerfolge zu sichern und Risiken zu verringern, sie schaffen auch wertvolle Real-World Insights.
Diese praxisnahen Erkenntnisse geben Aufschluss darüber, wie Therapien im Alltag tatsächlich wirken, welche Herausforderungen auftreten und wie Versorgung verbessert werden kann. Sie helfen pharmazeutischen Unternehmen, ihre Strategien entlang des gesamten Behandlungspfads gezielter auszurichten und letztlich dazu beizutragen, die Sicherheit und Wirksamkeit von Therapien dauerhaft zu verbessern.
Quellen
- Patient Education Is Key to Improving Medication Adherence | Pharmacy Times
- PATIENT-CENTERED EDUCATION: THE IMPACT OF MEDICATION EDUCATION CARDS ON PATIENT SATISFACTION AND OUTCOME – CHEST
- 5 moments for medication safety
- https://iris.who.int/server/api/core/bitstreams/ae1caeae-bc04-4a71-a6b0-ab478f9a8c79/content
- Medication Adherence and Intervention Strategies: Why Should We Care
Zurück zum Blog.