6. Medikamentöse Behandlung

9. June 2021

Bluthochdruck ist leider in den meisten Fällen nicht heilbar. Es ist eine chronische Erkrankung, die die Betroffenen bis zum Lebensende begleiten wird. Doch zum Glück ist sie sehr gut therapierbar und solange sie gut behandelt ist, beeinträchtigt sie weder die Lebensqualität noch die Lebensdauer. Doch dafür ist es notwendig, dass Betroffene ihre Medikamente regelmäßig und dauerhaft nehmen, denn nur dann können sie auch wirken und vor Folgeschäden schützen. Das wichtigste Ziel der Bluthochdrucktherapie ist das Senken des Risikos für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen.


Ebenso wie unser Körper können Blutdruckmedikamente auf ganz unterschiedliche Weise den Blutdruck senken. Sie greifen in unterschiedliche Regelmechanismen unseres Körpers ein, die dazu dienen, den Blutdruck an den aktuellen Bedarf anzupassen, wie zum Beispiel eine Erhöhung des Drucks während des Sports. Die Einnahme von blutdrucksenkenden Mitteln kann im Körper nun eine sehr natürliche Reaktion hervorrufen. Wenn der Körper erhöhte Blutdruckwerte gewohnt ist, reagiert er auf blutdrucksenkende Medikamente teilweise damit, den Blutdruck durch Aktivierung eines anderen (nicht von dem Medikament beeinflussten) Regelmechanismus wieder zu erhöhen. Obwohl das Medikament also im Körper wirkt, zeigt es nach außen hin (auf den gemessenen Blutdruck) keinen Effekt.


Daher müssen die meisten Patienten zwei oder mehr blutdrucksenkende Mittel nehmen, um den Blutdruck zu normalisieren. Auf diese Weise werden unterschiedliche Regelkreise des Körpers beeinflusst und in die richtige Bahn gelenkt, ohne dass ein anderer Mechanismus versucht, dagegen zu regulieren.


Blutdruckmedikamente haben in den meisten Fällen nur sehr wenige und leichte Nebenwirkungen. Trotzdem fällt es einigen Menschen schwer, ihre Blutdruckmedikamente regelmäßig und dauerhaft einzunehmen, weil sie das Gefühl haben, dass sie durch die Medikamente mehr Beschwerden haben als ohne, denn viele Menschen hatten vor der Behandlung trotz ihres hohen Blutdrucks gar keine oder kaum Beschwerden. Das macht die Erkrankung nur leider nicht weniger gefährlich und die Medikamenteneinnahme nicht weniger wichtig. Da sich der Körper nach Therapiebeginn nur langsam an den nun niedrigeren Blutdruck gewöhnen kann, führt das dazu, dass einige Menschen am Anfang ihrer Therapie Müdigkeit und Schwindel empfinden. In den meisten Fällen ist dies jedoch ein Zeichen für das Anschlagen der Therapie und oft lassen die Beschwerden mit der Zeit nach oder verschwinden ganz.


Nicht bei allen Menschen wirken alle Medikamente gleich gut oder gleich schnell; und auch die Verträglichkeit eines Medikaments kann sehr unterschiedlich sein. Wenn also ein Medikament schlecht anschlägt, kann versucht werden, die Dosis zu erhöhen oder ein weiteres Medikament zur Unterstützung dazuzugeben. Wenn auch das keine Verbesserung bewirkt oder der Patient Nebenwirkungen des Medikaments verspürt, die er nicht toleriert, kann das Medikament wieder abgesetzt und es können stattdessen ein oder mehrere andere Medikamente verschrieben werden.


Wichtig dabei ist, dass Änderungen an der Medikation niemals ohne Absprache mit dem behandelnden Arzt vorgenommen werden sollten! Wenn Sie das Gefühl haben, ein Medikament nicht zu vertragen oder nicht die gewünschte Wirkung verspüren, sprechen Sie bitte Ihren Arzt darauf an.

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